Mein Name ist Thomas Gauck, 52 J., lebe in Behringersdorf und administriere freiberuflich die Website von eBike-Maass seit Beginn, sowie einige weitere Marketing-Tätigkeiten. Hier möchte ich einen kurzen, möglichst neutralen Bericht von meinem Umstieg zum eBike abgeben, der im Sommer 2020 stattfand.

Zunächst möchte ich kurz vorausschicken, welche ‘analoge’ Fahrraderlebnisse ich habe: Als Jugendlicher war ich ständig auf dem Fahrrad, als Teenager hatte ich zwei italienische Rennräder ein Bianchi und ein Olmo, die mir auf Touren durch die fränkische Gegend viel Spaß machten. Ich war ambitionierter Rennrad-Radfahrer, stets flott unterwegs, aber mit dem ersten Auto wurde das Rad schnell überflüssig – und ich fuhr nur noch zu Idealbedingungen hin und wieder. Mein letztes analoges Rad kaufte ich vor ein paar Jahren, ich achtete aufs Gewicht und auf einen bequemen Sattel, dennoch beutzte ich es immer weniger. Der Grund war vor allem, dass ich das Ausgepowertsein nach Steigungen oder das Gegen-den-Wind-fahren hasste. Obwohl wir an der Grenze zum Reichswald wohnen, wurden die Radtouren immer bescheidener und diese fanden fast nur auf möglichst ebenen Wegen statt. Ich denke, ähnliche Erfahrungen haben viele, wenn Radfahren zur Überwindung wird.

Achim Maass sagte mir immer wieder, dass es schade ist, dass ich keine eBike-Erfahrung habe – schon um das Grundverständnis der Technik zu haben, wäre das gut. Im Frühling 2020 drückte er mir dann ein Flyer Upstreet5 an die Hand und sagte, …so das fährst jetzt mal eine Zeit, ich bin auf deinen Bericht gespannt …

Dankend fuhr ich dann los – die erste Strecke war Lauf-Behringersdorf und schon mal eine ganz neue Erfahrung eines mir bekannten ebenen Radswegs. Die Technik der Tretunterstützung hatte ich sofort verstanden. Die 8-Gang-Griffschaltung ebenso – außerdem gibt es drei Fahrstufen, Eco, Standard und High – sowie eine komplette Abschaltung der Unterstützung. Eine groß gestaltete Akku-Anzeige, zeigt stets die noch verfügbare Reichweite mit der aktuell gewählten Unterstützungsstufe. Das ist im Prinzip alles.

Das Fahrgefühl ist schon komplett neu, denn leichtes Treten sorgt für moderates, gleichmäßiges Tempo – bei meinem Flyer bis 30km/h geregelt – das heisst, man konnte mit Motor auch nicht schneller werden, es sei denn bergab. Klingt erstmal nach einer Beschränkung, macht aber Sinn – andererseits ist es auch möglich mit leichter Muskelkraft sehr flott einen Anstieg zu fahren.

Zu Hause angekommen, nahm ich den Akku raus – ein Klick und eine Drehbewegung. Der Akku hat ein sattes Gewicht, schätzungsweise 3-4 kg. So ein Teil hätte ich an einem normalen Fahrrad nie mitgenommen, aber beim eBike spielt das keine Rolle. Mit dem Ladegerät lud der Akku relativ flott komplett auf. Die nächste Tour sollte durch den Wald erfolgen, genau solche Strecken, die ich früher wegen den Steigungen gemieden und gehasst habe. Eine große Statteltasche hinten angebracht mit 2 Flaschen Wasser und jede Menge Wegzehrung für alle Fälle.

Meine Frau folgte mir mit ihrem analogen Fahrrad, und die Entfernung zwischen uns wurde immer größer. Selbst wenn ich ganz langsam fuhr war ich immer noch zu schnell für sie und musste deshalb ständig warten oder zurückfahren. ‘Hier teste das mal jetzt kommt eine Steigung, sagte ich ihr, wirst sehen wie das Spaß macht’ – wir wechselten die Räder – ich hatte jetzt ihr schwergewichtiges klappriges Damenrad, bei dem nichts zu mir passte, und musste mich den Sandhügel rauf quälen – so wie wenn der Traum einer mobilen Leichtigkeit platzt – während sie auf Anhieb außer Sichtweite war. Schnell drang ich drauf, dass wir wieder wechselten.

Nach einer Tour von ca. 20 km war sie fix und fertig – ich hatte ja bewußt die Runde mit den Steigungen gewählt, während ich, abgesehen von dem kurzen Stück mit dem Damenrad, immer noch taufrisch war. Von den Wasserflaschen trank ich nur aus Verlegenheit, mit einem Spruch zu ihr ‘ … ja die Steigungen sind auch mit dem eBike noch anstrengend…‘. Waren es aber nicht – ich hätte hundertmal die Hügel rauf fahren können, die mich früher lieber gleich schieben ließen. Das ist wirklich eine komplett neue Sache: Mir war sofort klar, ab sofort kannst du überall fahren, die vielen tollen Strecken durch die Fränkische zum Beispiel.

Auf dem Rückweg fuhren wir den geteerten Radweg, auch hier eine Steigung – auf deren Spitze ich auf meine Frau wartete, als mich ein gleichaltriger Familienvater mit der ganzen Sippschaft gerade überholte. Er sagte zu mir im Vorbeifahren ‘… kaufen’s halt erst ihrer Frau a eBike, bevor sie nimmer nachkommt’. Was für ein Heini, dachte ich mir, was fällt dem denn ein. Aber im Prinzip hatte er schon Recht. Gemischte Radtouren mit normalem Rad und eBike sind nicht zu machen – da muß immer einer warten und der andere ist frustriert.

Danach fuhr ich viele Strecken alleine mit eBike, kurze Erledigungen, Einkäufe oder einfach aus Freude. Und auch eine Tour zu Achim, dem ich berichtete, dass das alles super läuft mit dem Bike, wir aber nicht zusammen fahren könnten, weil wir unterschiedlich schnell sind. ‘Ja, sagte Achim, dann soll sie kommen, deine Frau und dann auch ein Flyer mitnehmen’. Gesagt getan, ein paar Tage später bekan sie von Peter, Achims Mitarbeiter, eine kurze Einweisung auf einem Flyer der U-Serie, mit einem starken 630 Wh-Akku.

Um ihr das eBike richtig zu erklären, fuhr ich damit eine Runde und war baff. Dieses Teil war noch ein ganzes Stück aggressiver als meines, hatte mehr Gänge und schaffte deutlich mehr Geschwindigkeit. Einziger Nachteil: das Flyer der U-Serie hatte keinen Gepäckträger, so mußte ich bei den folgenden Touren das Gepäck komplett in meine Statteltaschen verstauen. Aber das machte gar nichts, Gewicht spielt bei einem eBike einfach keine Rolle – man kann mitnehmen was einem gefällt. Wir fuhren dann ziemlich oft zusammen, deutlich mehr als die letzten zehn Jahre insgesamt, und nutzten jede Gelegenheit dazu. Sie fuhr stets ganz easy neben mir, mit einen 22er Schnitt, durch die Gegend. Wir hatten auch immer ein heftig schweres ABUS-Schloß dabei, das, wie Achim sagte, faktisch nicht zu knacken sei. Den Eindruck hatte ich auch, aber wenn dir das auf den Fuß fällt, ist die Zehe futsch …

Eines Nachmittags fuhr ich wieder mal alleine los. Ziel unbekannt, Hauptsache der Akku ist voll, mit angezeigter Reichweite um die 98 Kilometer. So startete ich über Schwaig, Fischbach, Altenfurt, Wendelstein zum alten Kanal. Hier wollte ich mich entscheiden, in welcher Richtung es weiter geht. Ok, Richtung Feucht, oder gleich nach Altdorf – egal. auf ebener Strecke macht man schon einen guten Schnitt. Der Plan war dann irgendwie über Pfeiferhütte, nach Burgthann, Altdorf und durch den Wald wieder über Leinburg zurück. Das waren mit kurzer Einkehr dann 64 Kilometer an einem Stück in etwa 3 Stunden + Einkehr von einer Stunde. Natürlich muß man permanent treten, ein eBike ist ja kein Moped, und das merkt man dann schon irgendwann in den Beinen. Kurz vor dem Ende überholte mich dann ein Pedelec-Fahrer. Ich fuhr im Endspurt knapp 30 km/h und der war fast doppelt so schnell! Das sagte ich beim nächsten Besuch Achim, und er drückte mir ein Riese & Müller Superdelite ‘an die Hand’. Das fuhr ich dann auf einer kurzen Tour, und dieses Teil öffnete mir dann noch mal die Augen, was technisch möglich war. Das Superdelite war natürlich auch ein Fahrrad im klassischen Sinn, aber doch komplett anders. Leichtes Treten bringt dich auf nahezu 45 Sachen, du fließt im Verkehr mit – Entfernungen schrumpfen. Das ist ein eBike für lange Touren, oder zum Cruisen mit Spaßfaktor.

Ein Slogan von eBike-Maas heisst ‘Hol dir das Grinsen ins Gesicht’ – und das ist keine Übertreibung. Ich hätte nie gedacht, dass das Fahrrad solch eine wirkliche Evolution durchgemacht hat.

eBike-Erfahrungsbericht

Das Flyer Upstreet5 auf der ersten Tour mit on-top Tasche – die wurde mir allerdings schnell zu klein.

eBike-Erfahrungsbericht

on Tour …

Der Umstieg zum eBike - ein Erfahrungsbericht 1

Das FLYER U-Serie 7.10 meiner Frau.

eBike-Erfahrungsbericht

Ende eines kurzen Nachmittag-Trips (Bild zeigt eine Wander-Tracking-App, spielt aber keine Rolle).

eBike-Erfahrungsbericht

Das flotte Superdelite, das ich auch mal testen durfte. Auch hier hätte ich einen Gepäckträger gebraucht.

Mein Fazit nach mehreren Monaten eBike-Fahren: Jeder, der gerne draussen ist, der die Natur liebt und gerne Fahrrad fährt sollte sich die Anschaffung eines eBike überlegen. Ein eBike zu fahren nicht automatisch der Persilschein für totale Unsportlichkeit – im Gegenteil: in erster Linie verlängert sich die Reichweite deiner Touren und gibt dir neue Möglichkeiten der Streckenwahl – du selbst entscheidest über Auswahl der Tretunterstützung welche Leistung vom Motor kommt und welche von dir selbst. Wer mag, kann auf weiten Strecken komplett die Tretunterstützung ausschalten und selbst auf Steigungen diese nur einschalten, wenn es gar nicht mehr geht. Ein eBike ist nicht zwangsläufig nur etwas für Senioren – wer radfahren kann, kann auch eBike fahren – der Vorteil liegt in erster Linie in der hinzugewonnenen Reichweite bei weniger Ermüdungserscheinungen.

eBike-Fahren sollte man zusammen, gemischte Antriebe oder analog und elektrische Räder sind zum Nachteil des Schwächeren.

Bei der Investition eines eBikes sollte man sich umfassend und ohne Hektik beraten lassen. Nicht nur die körperlichen Maße spielen eine Rolle, sondern auch die Vorlieben der Touren. Je breiter die Reifen, desto souveräner fährt es sich auf Wald- und Schotterwegen, eine Vollfederung ist der Traum auf löchrigen Wegen.

Die Motor- und Akkuleistung ist zweckgegebunden zu wählen. Klar kosten ein leistungsfähigerer Akku und Motor auch mehr, der Spaßfaktor ist aber immens höher. Es gibt sogar eBikes mit ABS und Fernlicht, die technischen Möglichkeiten in Verbindung mit Strecken-Apps sind genial – das Handy kann man z.B. während der Fahrt laden. Mein Rat wäre, lieber in der Summe mehr zu investieren, denn ein eBike hat einen Lebenszyklus von vielen Jahren, deutlich mehr als ein normales Fahrrad und regelmäßig gewartet bleibt es ‘frisch’ wie am ersten Tag.

Überhaupt ist ein eBike kein bloßer Fahrradersatz sondern sicher das Fortbewegungsmittel der Zukunft. Auf Kurzstrecken ist es ein Ersatz fürs Auto, es gibt einem aber den privaten Freiraum, den man in öffentlichen Verkersmitteln nicht hat.

Jedes eBike sollte einen stabilen Gepäckträger haben, ohne macht das meines Erachtens keinen Sinn, denn man hat immer Sachen dabei, die man verstauen will. Ich habe z.B. Multicharger-Modelle gesehen, die haben auch noch einen stabilen Frontgepäckträger!

Noch ein Wort zur Auswahl des richtigen eBikes: ich fuhr 3 eBikes und jedes mal dachte ich, das wäre das Richtige. Das für dich richtige eBike kannst du sicher finden, wenn du dich beraten lässt und selbst testest. Die Konfigurationsmöglichkeiten der Antriebe und Anbauten sind immens – aus diesem Grund bietet Achim neben dem Vollprogramm der wichtigsten Hersteller auch das eBike-nach-Maass an, hier schöpft Achim aus vielen Jahren Erfahrung und konfiguriert einem das passende Bike.

Ein eBike ist keine Zeiterscheinung. Viele mögen meinen, dass wir einer Elektrorad-Modewelle folgen, die irgendwann wieder abebbt. Nein, ein eBike ist eine logische Fortentwicklung wie die Digitalkamera aus der Analogkamera, oder wie das Smart-Mobile aus dem Klapp-Handy. Die Anschaffungspreise werden in etwa gleichbleiben, aber die Leistungsfähigkeit der Akkus und Motoren werden steigen.

Jedem Firmenchef kann ich nur raten in ‘Job-Räder’ zu investieren, d.h. Mitarbeiter eBikes werden von der Firma geleast und zur Verfügung gestellt. Wer 10km täglich zur Arbeit fährt braucht kein Auto, das ist mit dem eBike täglich ungestresst zu schaffen und man tut sich und der Umwelt etwas Gutes.

Danke an Achim für die Bereitstellung der eBikes und an das restliche Team aus der Barthstr. 1 in Lauf.